Die Chronik der KG Verdötschte Glabige 1951 e.V.

Die Ursprünge des Gladbacher Karnevals sind durch die Ereignisse des 2. Weltkrieges im Dunkeln der Geschichte verschwunden. Keinerlei Unterlagen gibt es mehr aus der Zeit davor, und vergeblich wurde bisher nach Zeugen einstiger Narretei im Dorf gesucht. Sicher ist jedoch, daß die am 11.11.1951 gegründete jetzige Karnevalsgesellschaft aus dem früheren dörflichen Theaterverein entstand, dessen Mitglieder schon vor dem 1. Weltkrieg zu Karnevalsveranstaltungen einluden.

In der Gründungsversammlung wurden 45 Mitglieder in die KG aufgenommen, die einen Vorstand wählten, an dessen Spitze Heinrich Pieck als Präsident stand. Am 02.12.1951 beschloss man dann auf der 1. Mitgliederversammlung,  Sitzungen, 2 Karnevalsbälle sowie einen Rosenmontagszug abzuhalten. Außerdem wählte die Versammlung den Prinz Karneval "Prinz Schäng I" (Joh. Balduin), dem in der Session 1952/53 "Prinz Heinrich I" (Heinrich Pieck) folgte. Von dieser Zeit an bis zu Session 1975/76 ruhte der Verein.

In der ersten Vorstandssitzung am 21.11.1951 legte man die Statuten fest, wobei auffällig war, dass nur männliche Personen Mitglied der KG werden konnten.

Die Bilder zeigen das Protokoll der Gründungsversammlung vom 11.11.1951........ Protokoll der Grndungsversammlung

........ sowie einen Zeitungsartikel über die Gründung der Gladbacher Karnevalsgesellschaft aus 1951.

Zeitungsartikel 1951

 

Die erste Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft Verdötschte Glabige fand am Sonntag, dem 03. Februar 1952 im Saal Mührer statt. Der Eintrittsspreis lag bei 1,-- DM, was sich nach heutigen Maßstäben vielleicht sehr minimalistisch anhört, keine sieben Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges aber schon beachtlich war, denn schließlich lag das Durschnittseinkommen im Jahre 1952 bei 3.852 DM - und zwar jährlich!

Auf dem Bild ist zu sehen, wie die Gladbacher und die Einwohner der umliegenden Dörfern zu dieser Prunksitzung eingeladen wurden.

Sitzungsplakat 1952

Am 19.11.1975 wurde die KG von H.W. Hürtgen W. Meuser, H. Meuser, J. Bergrath, H. Heidbüchel, H. Frankeser, J. Welch und Chr. Groß wieder ins Leben gerufen. Für den 29.11.1975 luden sie zur 1. Mitgliederversammlung ein. Die 38 Anwesenden wählten einen Vorstand, dessen 1. Vorsitzender Heinz Heidbüchel wurde. Am 16.04.1977 fand der Eintrag ins Vereinsregister beim Amtsgericht Düren statt und seit dem 01.01.1983 sind die Verdötschte Glabige Mitglied im Regionalverband Düren.

Zur Eröffnung der Session 1977/78 stifteten die Familien Peter Groß und Peter Frankeser eine handgestickte Standarte. Seit Beginn der Jubiläumssession 2005/06 verfügt die KG über eine 2. Standarte, gestiftet von Axel und Monika Scheuten.

Für das Problem, daß im eigenen Ort kein geeigneter Raum für Sitzungen und Bälle zur Verfügung steht, fand der Vorstand nach dem Wiederaufleben zunächst eine Übergangslösung: Er mietete ein 350-400 Personen fassendes Zelt, das auf der Wiese neben dem Neffelbach, zwischen Hof Courth und ehemaligem Wohnhaus Keller, aufgebaut wurde.

Aus Kostengründen veranstaltete die KG ihre Sitzungen ab der Session 1980/81 bis 1993/94 und von 1996/97 bis 2000/01 im Dorfgemeinschaftshaus in Müddersheim. In den Sessionen 1994/95 und 1995/96 mietete die KG die Bürgerhalle in Lüxheim.

Die Karnevalsbälle verlegte man zunächst in die Gaststätte "Zum Neffeltal" und ab der Session 1993/1994 durfte an den Karnevalstagen im "Pavillon" am Kindergarten gefeiert werden.

Als Sitzungspräsident fungierte bis zur Session 82/83 Matthias Schmitz. Zum 3x11 jährigen Jubiläum, das am 17.01.1984 mit einem Festkommers und einer anschließenden Sitzung gefeiert wurde, trat Heinz-Jürgen Berendes seine Nachfolge an. Seit den Jahren 93/94 bzw. 94/95 leitete er die jährlich stattfindenden Herren- und Damensitzungen.

Am 17.01.1988 war die Geburtsstunde der ersten Gladbacher Kindersitzung. Als erster Kinderpräsident führte Thomas Pfeiffer durch das bunte Programm.

Sitzungskarneval hieß vor zu der Zeit, als die KG noch eigene Prunksitzungen veranstalten konnte, vor allem nicht nur auf auswärtige Kräfte zu setzen. Es bildeten sich immer eigene Gruppen und Kräfte, die ihr karnevalistisches Talent zum Besten gaben. So zum Beispiel die Tanzgruppen "Die Mauerblümchen", "Die Tanzbienen", "Die Neffeltaler Ladykracher", "Shotaga", als Herrenballett "Die Schnarchhähne", "Samba Bärchen" oder die "Dancing Devils".

Als jüngster Büttenredner einer Gladbacher Punktsitzung ging Jörg Chrisanth in die Geschichte des Vereins ein und Norbert Esch nahm, wie auch das Duo Marco Frankeser/Wolfgang Fröhling mit zündenden Pointen das Dorfgeschehen auf die Schippe.

Auf den Kindersitzungen besteht das Programm neben Tanzdarbietungen eigener und befreundeter Gesellschaften auch aus Auftritten und Darbietungen von Kindern aus dem Ort. Sei es als Miniaturausgabe der Kölner Mädelsband "Colör" oder auch mit witzig vorgetragenen Büttenreden, wie Alina Zachlod diese auf die Bühne bringt.

1998 kauften die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft und die Karnevalsgesellschaft von der Hoechst AG eine Halle. Diese wurde von der Firma Krosch wieder verwendbar abgebaut und nach Gladbach transportiert. 1999 begann dann auf dem Grundstück der Schützengesellschaft am Ortsausgang Richtung Poll der Wiederaufbau. Seit der Session 2001/02 finden nun alle Veranstaltungen der Gesellschaft in der eigenen Halle statt.

Beim alljährlichen Rosenmontagszug ist Alt und Jung auf den Beinen. Mit durchschnittlich vier Wagen und sechs Fußgruppen schlängelt sich der närrische Lindwurm durch die Straßen von Gladbach.

Neben den reinen Karnevalsveranstaltungen beteiligt sich die KG auch immer zusammen mit den anderen Gladbachern Dorfvereinen an großen Konzertveranstaltungen.

Hier sind vor allem die Unterstützung beim „Stars für Mario“ Konzert am 17. April 2010 zu nennen. Durch die Veranstaltung von Gladbach Hilft e.V. konnten damals über 30.000 Euro für den an Meningitis erkrankten Mario Preikschat gesammelt werden. Viele, viele Besucher aus Nah und Fern machten dieses Ergebnis möglich. Alleine Peter Borsdorf konnte an diesem Abend 7.111 Euro zusammentreiben! Als Künstler und Auftretende trugen sich die „Ruutbach-Fanfaren”, die „Jungen Trompeter”, die „3 Colonias”, „Kolibris”, „Echte Fründe”, Bruce Kapusta, Rick Arena, Tim Toupet, „Libero 5”, Buddy, Willi Herren, „Big-Brother-Jürgen“ sowie Paul Panzer in das Programm ein.

Darüber hinaus konnten im Rahmen der Vettweißer Kulturtage am 20. Juli 2013 die Bläck Fööss zu einem sehr gut besuchten und stimmungsvollen Konzert in der Gladbacher Festhalle begrüßt werden. Die Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt und nach dem Konzert der Fööss rundeten die „Echte Fründe“ aus Winden den Abend ab. Animiert durch diesen Erfolg boten die Gladbacher Vereine den Einwohnern am 03. Juni 2016 ein Jubiläumskonzert der Räuber in der Festhalle an. Unter dem Titel „Dat is Heimat“ wurde hier auch wieder Gänsehautstimmung erzeugt und bis tief in den Abend hinein sangen, tanzten und schunkelten Freunde und Bekannte Arm in Arm.

Im Jahr 2012 entdecke dann auch die KG das Internet. Unter der Adresse http://www.kg-verdoetschte-glabige.de/ findet sich immer Wissenswertes und Aktuelles. Auf der Webseite wird auf alle Veranstaltungen hingewiesen und auch die Auftritte aller Aktiven werden hier angezeigt. Darüber hinaus kann man sich weiterhin über die Chronik und mancherlei andere Dinge informieren, die eng mit dem Gladbacher Karneval verbunden sind. Wer immer up-to-date bleiben möchte, wird seit dem Jahr 2015 auch über einen eigenen Newsletter der KG informiert.

Auf ihre Kinder und Jugendlichen ist die Karnevalsgesellschaft sehr stolz. Daher gibt es für sie auch regelmäßig ein Ausflugsprogramm. In diesem Zusammenhang wurden schon das Aqualand in Köln, mehrfach das Bubenheimer Spieleland, der Kölner Zoo, die Eissporthalle am Tivoli in Aachen und an der Lentstraße in Köln sowie das Phantasialand besucht. Ein Höhepunkt für die Jüngsten und Jungen im Verein ist das regelmäßig stattfindende KG Zeltlager, welches auf der Sportanlage durchgeführt wird. In letzter Zeit organisieren die Schützen der St. Sebastianus Schützenbruderschaft und die KG dieses Zeltlager gemeinsam. Jeder, der dieses Wochenende einmal miterlebt hat, kommt zwar müde aber immer voller Vorfreude auf das nächste Zeltlager nach Hause.

 

Seit dem letzten Jubiläumsjahr 2006 sind in einer Session durchschnittlich 3 Garden aktiv, die sowohl bei den eigenen Veranstaltungen sowie bei diversen Sessionsterminen befreundeter Vereine ihr Können unter Beweis stellen. Weiterhin gibt es durchgehend eine Showtanzgruppe – bis zur Session 2014/15 waren die „Neffeltaler Ladykracher“ jährlich ein fester Bestandteil des Programms. In der darauffolgenden Session wurde diese Damentruppe durch die neu formierte Showtanzgruppe „Shotaga“ abgelöst. Neben den Damen Showtanzgruppen war innerhalb der letzten elf Jahre für drei Sessionen die Herrentruppe „Dancing Devils“ ein besonderes Highlight, vor allem auf den Damensitzungen.

Der Stolz und das Aushängeschild einer jeden Karnevalsgesellschaft ist das Mariechen. Die KG Verdötschte Glabige konnte erstmals in der Session 1989/90 ein eigenes Mariechen auf den Veranstaltungen präsentieren – Sandra Smerda war in dieser Funktion elf Jahre lang aktiv. Unterstützt wurde sie ab 1993/94 von Christina Berendes, die die KG bis zur Session 2002/03 repräsentierte. Christina wurde 2002/03 von Carolin Thoma abgelöst, die elf Jahre lang erfolgreich war und mehrere Preise von Tanzturnieren mit nach Hause brachte. Ab der Session 2006/07 konnte die Karnevalsgesellschaft sich über die Darbietungen des Kindermariechens Selina Urban freuen. Als sie in der Session 2013/14 ihre Zeit als Mariechen beendete, begann erneut die Suche nach einer Nachfolgerin. In der darauffolgenden Session musste die Gesellschaft auf ein Tanzmariechen verzichten, doch der Verein freut sich, dass Nele Lauterbach seit 2015/16 mit sehr viel Freude und Begeisterung Groß und Klein mit ihrem Können erfreut und sich auf Anhieb in die Herzen der Zuschauer getanzt hat.

Tanzpaare gab es in der Geschichte der KG Verdötschte Glabige ebenfalls. Zusammen mit Marius Müller agierte Carolin Thoma in der Session 2012/13 als Tanzpaar. Leider waren die beiden aufgrund persönlicher Veränderungen nur eine Session aktiv. Marius sammelte von Kindheit an bereits über lange Jahre Erfahrung im Tanzen, weil er erfolgreich mit seiner Schwester Anne seit der Session 2002/03 bis 2010/11 als Tanzpaar aktiv war.


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